Was ist: Vernetzung

Kurzübersicht:
+++ Grundlage: Computer
+++ Vernetzung in Grundzügen
+++ Abfallprodukte
+++ So geht es praktisch: Nutzung der Abfallprodukte
+++ Software
+++ Private Nutzung
+++ Datennetze

+++ Das Netz der Netze: Internet



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Grundlage: Computer

Computer sind seltsame Geräte. Seit es sie gibt, überlegen ihre Besitzer ständig, wofür man sie nutzen könnte. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Kollege Grünauge, wie er anfangs genannt wurde, kann Zahlenreihen schneller berechnen, als der Mensch Zahlen eintippen kann. Er kann bestimmte Zeichenketten aus einer Masse von Zeichen herausfiltern und lokalisieren, viel schneller, als ein Mensch das Stichwortverzeichnis eines Lexikons aufschlagen könnte.

Grünauge kann andere Geräte ansprechen, steuern und sie ständig überwachen, indem er Sollwerte mit den Istwerten vergleicht. Ständig, immer wieder, ohne müde zu werden. Wie das genau funktioniert, ist heute eine Sache von SpezialistInnen. Zum Glück. Vor wenigen Jahren noch mußte jeder, der einen Computer benutzen wollte, auch programmieren können. Heute hingegen ist ein Durchschnittsanwender stolz wie ein Schneekönig, wenn er einfache Batch-Routine entwirft. Und selbst das ist nicht dringend nötig, um mit dem Computer produktiv zu werden.



Vernetzung in Grundzügen

SpezialistInnen kamen schon früh auf den Gedanken, daß es eine Verschwendung wäre, diese cleveren Computer mit einfachen Dingen zu unterfordern. Der Prozessor verbringt noch heute die meiste Zeit damit, auf Eingaben des Benutzers oder auf Daten zu warten, die von irgendwoher gelesen werden müssen: Von der Festplatte, dem Arbeitsspeicher, aus dem Netzwerk. In dieser Wartezeit könnte er ganz prächtig etwas anderes tun.

Also sorgte man als erstes dafür, daß um einen einzigen Prozessor herum viele Menschen sitzen, die ihn mit ihren einfachen Problemen belästigen. Auf diese Weise funktionieren Großrechneranlagen. Dort gibt es einen Hauptrechner, in dem ein einziger Prozessor mit riesigem Arbeitsspeicher die Prozesse abarbeitet, die ihm von Dateneingabegeräten aus eingegeben werden. Dieses Verfahren nennt man heute Multitasking. Und die Verkabelung zwischen den Terminals und dem Rechner nennt man Netzwerk.

Als diese Verfahren erdacht und entwickelt wurden, waren Prozessoren teuer. Das sind sie heute nicht mehr. Heute haben viele Menschen einen Computer mit eigenem Prozessor auf oder unter dem Schreibtisch stehen. Stattdessen benutzt man einen Hauptrechner heute nur dafür, Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die nicht jede Arbeitsstation hat; zum Beispiel Drucker oder Plattenspeicher.

Beispiele:
Der Hauptrechner bedient die angeschlossenen Stationen gewissermaßen mit seinen Ressourcen, deshalb nennt man ihn auf englisch auch "Server".

Abfallprodukte

Das für uns als Mailbox interessanteste Abfallprodukt allgemeiner Vernetzung ist das Kabel selbst. Der angeschlossene Rechner muß nicht ausschließlich mit dem Hauptrechner kommunizieren, er kann über dieses Kabelsystem auch alle anderen angeschlossenen Computer erreichen. Man kann darüber Textdateien verschicken, die der Mensch vor dem anderen Rechner lesen soll. Das sind persönliche Nachrichten, sogenannte "personal mails", kurz: "PMs".

Nachdem diese Idee der individuellen Kommunikation gefunden war, konnte der nächste Schritt nur in Richtung kollektiver Kommunikation führen. Ursprünglich bestand dieses System wohl vor allem in entsprechenden Datei-Verzeichnissen auf dem Massenspeicher des Hauptrechners. Alle angeschlossenen BenutzerInnen können auf den Massenspeicher des Servers Textdateien kopieren, die von allgemeinem Interesse sind und von allen anderen gelesen werden sollen. Ergebnis: Statt Memos zu fotokopieren und allen anderen ins Postfach zu werfen, beläßt man es bei der elektronischen Vorlage, die man allen zur Lektüre bereitstellt. Das spart Zeit und Papier.

Je größer das Netzwerk, desto größer ist natürlich auch die Datenflut, die in solche gemeinsam nutzbaren Verzeichnisse hineingeschwemmt wird. Und außer den rein beruflichen Verzeichnissen, die man ganz prächtig für dienstliche Memos nutzen kann, könnte es ja auch mehr oder minder private Verzeichnisse geben. Darin könnten allgemeine Informationen über Technik, Freizeitaktivitäten und Politik abgelegt werden. Genau das passiert im Rahmen sogenannter "Newsgroups", die physikalisch nichts anderes sind, als ein Verzeichnis auf der Festplatte der angeschlossenen Hauptrechner.



So geht es praktisch: Nutzung der Abfallprodukte

Mit einer geeigneten Software sieht man allerdings nicht mehr den Verzeichnisnamen, sondern eine Bezeichnung im Klartext. Statt des Verzeichnisses "H:\Z5\LINKS\CL\ARBL\DISK" bekommt man den Namen "/CL/ARB_LOSIGKEIT/DISKUSSION" angezeigt. Statt den Dateinamen wie "MSG004.zer" zeigt die Software eine bestimmte Textzeile dieser Datei, z.B.: "ALO-Ini Köln: Erklärung zu Rexrodt".

Diese ersten Textzeilen machen es möglich, die Dateien vernünftig zu verwalten. Dort ist verzeichnet, in welche Newsgroup der Text gehört, von wem er geschrieben wurde, worum es geht, welche Stichworte der Autor diesem Text gegeben hat. Diese "Verwaltungszeilen" werden allgemein "Header" genannt. Den richtigen "Kopf" einer solchen Datei sieht man in der geeigneten Software nur auf Anfrage, zum Verständnis der Nachricht ist er unwichtig.



Software

Programme, die diese Aufgabe leisten, gliedern sich in zwei große Gruppen:

  1. Die Mailbox-Programme zum einen stellen nicht nur die Texte der Newsgroups so dar, wie eben beschrieben. Sie sind auch dafür verantwortlich, den Datenaustausch mit anderen Hauptrechnern abzuwickeln. Sie verwalten den Festplattenplatz und die Verzeichnisstruktur. Und damit sind sie völlig ausgelastet.

  2. Sogenannte "News-Reader" oder Pointprogramme tun nichts anderes, als die vorhandenen Dateien nach den Informationen im "Header" auszuwerten und richtig anzuzeigen.



Private Nutzung

Wenn man nicht an einem Netzwerk hängt, sondern zuhause an seinem Schreibtisch sitzt, kann man diese Angebote nur mit weiteren Hilfsmitteln nutzen. Wichtige Hilfsmittel sind Geräte, mit denen man den Computer ans Telefonnetz anschließt - Akustikkoppler / Modems - und Software, die diese Geräte über den Computer steuert. Diese Programme nennt man "Terminalprogramme". Mit ihnen kann man sich in ein vorhandenes Computernetz einklinken, vorausgesetzt, dieses Netz hat ebenfalls einen Anschluß an die Telefonleitung. Dieses Verfahren ist der Online-Betrieb.

Eine Mischung aus einem News-Reader und einem Terminalprogramm sind die sogenannten "Point-Programme". Sie wickeln einen Datenaustausch mit dem Hauptrechner ab und stellen das Ergebnis am eigenen Bildschirm auf dieselbe Weise dar, wie der im Hauptrechner vorhandene News-Reader. Statt die Telefonleitung während des gesamten Lesens zu strapazieren, braucht man sie nur zur Übertragung eines Datenpakets. Danach wird "offline" gelesen.



Datennetze

Eine Mailbox wie die CL-HH ist eigentlich an ein Datennetz angeschlossen. Die Einschränkung "eigentlich" ist nötig, weil sie nicht ständig mit anderen Rechnern verbunden ist, sondern nur in regelmäßigen Abständen zu ihnen Kontakt aufnimmt, um einen Datenaustausch zu machen. Dieses Verfahren nennt sich "Store and Forward". Man lagert eingehende Daten ("store"), um sie beim nächsten Kontakt weiterzugeben ("forward"). Je mehr Kontakte zu anderen Rechnern unterhalten werden, desto mehr Netzwerke stehen über die Mailbox zur Verfügung.



Das Netz der Netze: Internet

Das Online-Netz ist in den vergangenen Monaten sehr populär geworden. Ein Anschluß ans Internet ist heute oft leichter zu realisieren, als die Verbindung mit einer Mailbox aufzunehmen. Neuere Betriebssysteme wie OS/2, Windows95 und NT sowie MacOS kommen gleich mit einer passenden Internet-Programmsammlung - so wie es bei Unix-Paketen schon immer der Fall war. Modernen Textverarbeitungen liegt Software der verschiedenen Access- Provider bei. Wer dann noch ab und an Computerzeitschriften liest, kommt an den passenden Programmen erst recht nicht mehr vorbei.

Mit dem Internet online läßt sich Geld verdienen. Um eine gesuchte Information zu bekommen, braucht ein normaler Mensch mindestens eine Online-Stunde. Daran verdienen die Telekom und Ihr Zugangsanbieter (Access-Provider). Und wem die bunte Werbung im Fernsehen nicht reicht, hat jetzt endlich ein neues Medium: Das World-Wide-Web. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Spaß in dieser wunderbaren Welt der Server und Clients. Und wenn Sie einen einfachen Zugang zu den Diensten News und Mail brauchen, dann wenden Sie sich an uns - Ihre Hütte im globalen Dorf.



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Diese Seite wurde von Joachim Breu erstellt. Die letzte Überarbeitung fand am 07.03.1999 statt.